ONEBUS Betreibergesellschaft insolvent

onebus-insolventDer Wettbewerb im deutschen Fernbusmarkt wird weiterhin mit aller Härte geführt. Nun musste ein weiterer Mittelständler die Segel streichen. Unter der Marke ONEBUS bediente die Betreibergesellschaft CS Reisen GmbH aus Köln mehrere innerdeutsche Routen und diverse Verbindungen nach Italien. Im Juni 2016 meldete CS Reisen GmbH die Insolvenz an.

Vor ONEBUS mussten schon andere Anbieter kapitulieren

Der deutsche Fernbusmarkt ist seit der Liberalisierung in 2013 durch einen sehr intensiven Wettbewerb gekennzeichnet. Schon einige Anbieter hat es seitdem erwischt. So haben auch große Namen den Fernbusmarkt in Deutschland falsch eingeschätzt. 2014 musste der große britische Anbieter National Express das unter City2City geführte Deutschlandgeschäft einstellen (wir berichteten). Dann stieg der ADAC aus dem als Gemeinschaftsunternehmen gestarteten Postbus aus. Es folgte die Insolvenz des Pioniers DeinBus (wir berichteten). Letzterer konnte durch eine Übernahme gerettet werden und den Geschäftsbetrieb fortsetzen. Im vergangenen Jahr wurden weitere Angebote wie Avango, CuxBus Express, Publicexpress oder Sprint Bus eingestellt.

Fernbusse sind doch eine Erfolgsstory – Warum gehen Anbieter insolvent?

Richtig ist, dass 2015 bereits über 20 Millionen Fahrgäste mit Fernbussen befördert worden sind. Aus Kundensicht kann hier also durchaus von einer Erfolgsstory gesprochen werden. Ob alle Anbieter das auch so sehen, ist zumindest fraglich. Denn diese stecken in der Preisfalle fest. Das IGES Institut hat errechnet, dass die durchschnittlichen Umsatzerlöse je Fahrgast und Kilometer im Dezember 2014 bei lediglich 8,6 Cent lagen. Ob die Erlöse seitdem signifikant gestiegen sind, darf bezweifelt werden. Zum einen ist mit Megabus ein weiterer Discountanbieter in den Markt eingestiegen. Das schottische Unternehmen bietet viele Tickets dauerhaft für einen Euro an. Wettbewerber wie der Postbus reagieren mit Rabattkarten und regelmäßigen Preisaktionen, um die preissensible Kundschaft zu halten. Hinzu kommt, dass auch die Deutsche Bahn auf den Fernbusboom reagiert hat und inzwischen viel mehr Spartickets anbietet, als je zuvor.

Es gibt also kaum Spielraum für Preiserhöhungen seitens der Fernbusunternehmen. Wer es trotzdem versucht, der muss dies mit einer geringen Auslastung seiner Busse bezahlen. Was die Gründe bei ONEBUS waren, darüber darf spekuliert werden. Fakt ist, dass aufgrund des intensiv geführten Wettbewerbs kaum ein Fernbusanbieter im innerdeutschen Fernverkehr marktgerechte Preise durchsetzen kann.

Die derzeitigen Marktanteile stellen sich so da:
1.) 68 % FlixMobility GmbH (Flixbus)
2.) 13 % Berlin Linien Bus GmbH
3.) 10 % Deutsche Post Mobility GmbH (Postbus)
4.) 2 % Deutsche Touring GmbH
5.) 2 % Megabus GmbH
6.) 1 % IC Bus GmbH

Quelle: IGES Institut 04/2016

Comments

  1. Dieter Huneke.Qualität leidet says:

    Preiskampf ist sehr bedenklich.Qualität leidet darunter.
    Wo bleiben die Ansprüche der Fahrgäste?